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Mitten in der Vorklinik

In der Vorklinik werden, wie der Name schon sagt, die theoretischen Grundlagen geschaffen und der Eintritt in den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums vorbereitet. Innerhalb von 4 Semestern lernen Medizinstudenten alles, was sie aus der Welt der Naturwissenschaften als späterer Arzt oder Ärztin mal brauchen werden (und so manches Mal hat man den Eindruck, dass man noch etwas mehr lernen muss, als man am Ende dann wirklich braucht…) Chemie, Biologie und Physik als naturwissenschaftliche Grundlage, auf die die anderen Fächer dann nach und nach aufbauen. Und auch, wenn es im 1. Semester zum Teil nach Beschäftigungstherapie aussieht, merkt man spätestens im 4. Semester in der Biochemie und Physiologie warum man diese und jene Formel auswendig gelernt hat.

Nach dem 1. Semester beginnt die Welt des Körpers mit der Lehre der Anatomie: In der Histologie erhält man während des Mikroskopierkurses Einblicke in den Feinbau der Zellen und Gewebe des Körpers. Die Neuroanatomie beschäftigt sich mit den Strukturen und Funktionen des Gehirns und im Präparierkurs der makroskopischen Anatomie gewinnt man schließlich nach und nach die Übersicht über das „Große und Ganze“ und beginnt die Funktion und den Bauplan vom menschlichen Körper noch tiefgründiger zu begreifen. Zu guter Letzt fügen sich die kleinen Teilchen des letzten Semester der Vorklinik dann zusammen: In der Biochemie und Physiologie wird das bereits Gelernte noch mehr verknüpft und es gibt den ein oder anderen „AHA-Moment“, auf den man die ersten drei Semester gewartet hat… Zwar ist die Vorklinik sehr theoretisch geprägt, etwas trocken und auch mit viel Lernerei verbunden trotzdem aber auch spannend und interessant! Nach zwei Jahren hat man wirklich das Gefühl, viel gelernt zu haben und jetzt bereit für die Praxis in der Klinik zu sein!

Um den vorklinischen Alltag etwas aufzulockern gibt es im Modellstudiengang der Uni Köln die Kompetenzfelder (KFs). Insgesamt 18 gibt es in diesen 4 Semestern. Themenblöcke wie HIV, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder Hypertonie vermitteln erste Eindrücke des klinischen Alltags und ziehen die Verbindung zum Stoff der Vorklinik-Fächern. Am Ende jedes KFs steht eine kleine Klausur oder Hausarbeit, insgesamt 16 der 18 müssen bestanden werden.

Wenn das Scheine-Sammeln erfolgreich war warten in den Semesterferien die Physikumsäquivalenzprüfungen. Dieses komplizierte Wort haben die Kölner Medizinstudenten ebenfalls dem Modellstudiengang zu verdanken: An anderen Fakultäten wird das Physikum am Ende des 4. Semester geschrieben, alle 4 Fächer auf einmal. Psychologie-Soziologie, Anatomie, Biochemie und Physiologie. In Köln ist das (zum Glück!) etwas anders: wir schreiben nicht alle vier Klausuren auf einmal sondern schreiben die jeweilige Physikumsklausur, nach dem Semester, in dem der Stoff behandelt wurde. Diese Klausuren werden von 1-4 benotet und fließen am Ende gemeinsam mit der mündlichen Physikumsprüfung, (in der zwei der Fächer geprüft werden) in die Gesamtnote ein! Und siehe da: wenn das Physikum erst einmal geschafft ist sind die 1. zwei Jahre des Studiums schon vorbei und man ist bereit für die Uniklinik!